Geschichte(n), die niemand braucht (43)


 

Der Militärputsch in der Gesellschaft für Sport und Technik… wie immer: alles frei erfunden.

Die Gefechtsdienstvorschrift der US-Army beschrieb eines Tages die Luft-Land-Schlacht, die Kombination von Luft- und Landstreitkräften. Da die USA eigentlich immer was am Kochen hatten, unterstellte man, dass die neuen Vorschrift auf den Erfahrungen der Konflikte basierte und darum gut sein müsse. Das musste jetzt die kleine NVA auch haben: Front- und Armeefliegerkräfte. Da man keine neue Division aufbauen durfte, wurde ein Stab geschaffen und Teile schon vorhandener fliegender Einheiten unterstellt: Transport- und Kampfhubschrauber, Transport- und Verbindungsflugzeuge und Jagdbomber. Zusätzlich beschaffte man neue Technik und bildete junge Piloten und Führungskräfte aus.

Das Jahr 1978 betrachte ich persönlich als den Höhepunkt der Entspannungspolitik zwischen Ost und West. Man redete miteinander, besuchte sich gegenseitig im Weltraum und ein Oberschüler wurde nicht mehr von der Penne geschmissen, wenn er zu Hause ein Beatles-Poster über dem Bett kleben hatte. Keiner von uns wollte eine Uniform anziehen.

In der Gesellschaft für Sport und Technik, Abteilung Segelflug, hatten sich zivile Strukturen entwickelt, die demokratisch funktionierten. Wie bei jedem Sport im Arbeiter- und Bauernstaat wurde für das Fliegen nichts bezahlt. Die Flugzeuge waren Volkseigentum und wurden von den Nutzer gepflegt wie die eigenen. Einigen war die Republik zu klein oder sie hielten den Versuch des Verzichts auf das Privateigentum an den Produktionsmitteln für gescheitert und sahen sich darum gezwungen, die Republik mit dem Sportflugzeug durch die Luft zu verlassen. Fanden die Herrschenden der DDR nicht gut. Daraufhin wurde 1979 die Sportfliegerei komplett eingestellt. Die Sportflieger sind allesamt potentielle Republikflüchtige (Analogie zu heute: alles potentielle Terroristen). Also wurden Kaderorgane gebildet, die für jeden eine Akte anlegten.

Was sollte nun werden? Ganz einfach! Die NVA braucht jede Menge Piloten für ihre ehrgeizigen Pläne der Front- und Armeefliegerkräfte. Die GST soll die Vorausbildung machen. Und das bitteschön effektiv und mit militärischem Drill. Dazu brauchte man die Bezirksausbildungszentren (BAZ) wo alles unter Kasernenbedingungen ablief. Die kleinen Segelflugplätze mit den vielen Sportfliegern waren verzichtbar, unnütz und potentiell gefährlich. Sie wurden geschlossen, die Flugzeuge an den BAZ´s  zusammengezogen. Die sauber geflogene Platzrunde, hochgezogene Fahrtkurve, Trudeln und Steilkreise waren die neuen Ausbildungsinhalte. Streckenflüge waren zunächst verboten und später nur unter gewaltigen Einschränkungen möglich. Die Segelflugausbildung als vormilitärische Ausbildung fand die Fortsetzung durch die Motorflugausbildung auf der ZLIN-42. Danach war man vorgereift für die L-39 und die MIG-21.
Diese Entwicklung setzte die demokratischen Strukturen in der Gesellschaft für Sport und Technik außer Kraft. Alle entscheidenden Planstellen, von ganz oben bis auf Flugplatzebene, wurden von Militärs besetzt. Motorfluglehrer für die BAZ´s entnahm man einem Zug Offiziersschüler. Parallel dazu erarbeiteten Militärs neue Ausbildungsvorschriften für Segel- und Motorflug, die durchsetzt waren von Ideologie mit dem Ziel: „Sie müssen für unsere Ideen brennen!“

Die Verlierer: mehr als die Hälfte der bis dahin bestehenden Fluggelände geschlossen und viele von ihrem Staat enttäuschte Motor- und Segelflieger, die ohne Begründung und ohne Perspektive des Flugplatzes verwiesen wurden und, wenn die Wende nicht gekommen wäre, auch nie wieder in ihrem Leben einen Flugplatz in der DDR betreten hätten, denn die BAZ´s waren mit Stacheldraht eingezäunt und standen unter Bewachung der Deutschen Volkspolizei. Wer nicht auf der Kaderliste stand, kam nicht rein.

Das nannten wir den Militärputsch in der GST.

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