Geschichte(n), die niemand braucht (41)


 

Das Personal einer Staffel wurde durch einen Stellenplan bestimmt. Drei Besatzungen bildeten eine Kette, eine Besatzung bestand aus einem ersten, dem zweiten Flugzeugführer und dem Flugzeugwart. Der erste Flugzeugführer unterschied sich vom zweiten durch seine Ausbildung zum Besatzungskommandanten, höhere Dienstbezüge, bessere Beförderungsmöglichkeiten im Dienstgrad, er durfte links sitzen und der Bestimmer sein. Jeder Zweite wollte natürlich gerne Erster werden, wenn aber keiner der ersten in den Stab befördert, weggelobt oder auf andere Art aus dem Stellenplan der Einheit verschwand, gab es keine freien Planstellen und damit keine Aufstiegschancen. Es blieb die Versetzung in eine der zwei Einheiten, die auch Annas hatten oder als Fluglehrer an die Offiziershochschule. Ich entschied mich für die letztere Möglichkeit, weil diese die größten Chancen auf mehr Wissen, mehr Fliegen und größere Herausforderungen bot.

Doch bis zu meiner Versetzung nach Kamenz, dem Grab meiner Jugend und Basis der Transportfliegerausbildung, sollte es noch etwas dauern und außerdem standen für unsere kleine Besatzung noch einige interessante Flugaufgaben an.

Als Neuling in Strausberg wird man immer erst 2 Monate beäugt, ob man Fisch oder Fleisch oder keins von beiden ist. Für viele war ich keins von beiden: parteilos, gute Leistungen und eigene Meinung – nicht einzuordnen der Mann. Diese Einarbeitungszeit hing mit dem Anfang des so genannten Ausbildungsjahres zusammen. Ende Oktober begann es, die Karten wurde neu gemischt. Wir Neuen bekamen unseren Besatzungskommandeur. Meiner hieß Hauptmann Timma, Spitznahme Seppl. Seppl befehligte schon mal eine Kette, bis zu dem Tag da er die Anna als Segelflugzeug benutzte. Ich bekam ihn frisch degradiert und stinke sauer. Die Erziehung, die er für sich als angemessen empfand, nahm er an mir vor. Ich hatte das schönste Flugvorbereitungsbuch, die sauberste Flugkarte und die genialsten Anflugschemata der gesamten Luftstreitkräfte, führte das politische Gespräch mit meinen Flugzeugwarten, war scharf auf jeden Einsatz und wurde mit meinem Kommandanten zweimal beste Besatzung im Ausbildungsjahr – mehr ging nicht. Wir sind umhergezogen mit unserer Anna, tage-, manchmal wochenlang, das Flugzeug, 2 Piloten, ein Wart und 3 Fahrräder, die im Rumpf bequem Platz hatten. Seppl kannte nahezu alle Schwimmbäder zwischen Thüringen und der Ostsee, das war sein Hobby. Geredet hat er nie mehr als notwendig. Aber es war auch mein Leben. Ich wollte die Scheidung und äußerte das auch. Ein Vorgesetzter hatte Verständnis für mein Ansinnen und man versetzte mich in Kette Nr. 3, zu Urmel. Den Beweis für mein Können brauchte ich nicht erneut antreten, wer von Seppl weg will kann nur ok sein.

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